Am 31. Oktober 2020 ist Sean Connery knapp zwei Monate nach seinem 90. Geburtstag gestorben. Damit verlässt einer der größten Schauspieler des letzten Jahrhunderts diese Welt. 

Doch wer war eigentlich diese Kinolegende?

Am 25. August 1930 wurde der Sohn eines Fernfahrers und Reinigungsangestellten in Edinburgh, Schottland geboren. Bevor Connery Schauspieler wurde, beendete er frühzeitig die Schule und hielt sich mit verschiedenen Gelegenheitsjobs wie Milchmann, Bademeister oder Pferdekutscher über Wasser. Nebenbei betrieb Sean Connery Bodybuilding. 1950 wurde er sogar schottischer Bodybuilding-Meister und erreichte den dritten Platz beim renommierten Mister-Universum-Wettbewerb. Ab 1954 bekam er durch seine Bodybuilding-Erfolge mehrere kleine Engagements in Theater-, Film- und TV-Produktionen. So wirkte er in Nebenrollen in den 1957 erschienen Filmen „Die blinde Spinne“ und „Duell am Steuer“. 1958 erlangte Connery in „Another Time, another Place“ erstmals eine profiliertere Rolle. Vier Jahre später hatte er außerdem eine Nebenrolle im Kriegsfilm „Der längste Tag“, in dem namhafte Schauspieler wie Curd Jürgens, Robert Mitchum, John Crawford, Henry Fonda und John Wayne mitwirkten. 

Die 1960er Jahre

Ab den 1960ern wurde Connery weltweit bekannt. Denn die Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman besetzten ihn als ersten Darsteller des britischen Geheimagenten „James Bond“, obwohl Ian Fleming, Autor der Romanserie, gegen Connery als Hauptdarsteller war. So folgten die Filme „James Bond – 007 jagt Dr. No“ (1963), „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963), „Goldfinger“ (1964), „Feuerball“ (1965), „Man lebt nur Zweimal“ (1967) und „Diamantenfieber“ (1971). Für „Diamantenfieber“ erhielt Connery eine damalige Rekordgage von 1,25 Millionen US-Dollar. 

Außerdem wirkte Sean Connery in den 60er Jahren noch an der Seite von Tippi Hedren in Alfred Hitchcocks Melodram „Marnie“ mit. Des Weiteren trug Sean Connery in dieser Dekade häufig ein Toupet, da sich sein Haar stark lichtete.

Die Siebziger und Achtziger

In den Siebzigern konzentrierte sich der Schotte zunehmend auf künstlerisch und inhaltlich anspruchsvollere Filme und etablierte sich als exzellenter Charakterdarsteller.  So spielte 1975 er in John Hustons Film „Der Mann, der König sein wollte“ mit. Dort spielt er die Rolle des ehemaligen Soldaten „Daniel Dravot“, der im 19. Jahrhundert den Auftrag hat, das in Britisch-Indien liegende Königreich Kafiristan einzunehmen. Von den Einheimischen wird er nach einem Angriff zunächst als Gott angesehen und wird König. Zum Schluss des Films wird er als Betrüger entlarvt und lässt die Gerechtigkeit walten, in dem er sich von den Einheimischen hinrichten lässt. Sean Connery spielte in den Siebzigern auch eine Rolle in Richard Attenboroughs Kriegsfilm „Die Brücke von Arnheim“. Im Rahmen dieses Films arbeitete er mit den Filmstars Hardy Krüger, Robert Redford, Maximilian Schell und Gene Hackman zusammen.

In den folgenden und letzten zwei Dekaden von Connerys Schauspielkarriere hatte er den meisten Erfolg. 

1982 kehrte er nochmal als James Bond in „Sag niemals nie“ zurück. 1986 erschien der weltbekannte Film „Highlander – Es kann nur einen geben“, in dem Connery an der Seite von Christopher Lambert „Juan Sánchez Villa-Lobos Ramírez“, den Mentor des „Highlanders“, verkörperte. Im darauffolgendem Jahr gab Connery in der Literaturverfilmung von Umberto Ecos „Der Name der Rose“ den überaus scharfsinnigen Franziskanermönch „William von Baskerville“, der eine komplizierte Mordserie in einem mittelalterlichen Kloster löst. 

 1989 spielte der Schotte in Steven Spielbergs Film „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ die Figur des „Professor Dr. Henry Jones“, der Vater des Titelhelden, der bekanntlich von Harrison Ford verkörpert wurde. Zu Beginn der Neunziger spielte Connery wieder in einem weltbekannten Film mit. Zusammen mit Alec Baldwin trat er in „Jagd auf Roter Oktober“, einem Actionfilm von Regisseur John McTiernan, welcher auf dem gleichnamigen Bestseller von Politthrillerautor Tom Clancy basiert, auf. Darin spielt Connery den russischen U-Boot-Kommandanten „Marko Ramius“, der zur Zeit des Kalten Krieges mit dem sowjetischen Atom-U-Boot „Roter Oktober“ überlaufen will. 

Das Ende seiner Karriere

Es folgten noch einige Filme mit Sean Connery bis zum Jahre 2003, danach endet nach über 80 Filmen seine Karriere als Schauspieler (offiziell 2007). Seine letzte Filmrolle war 2003 die des „Allan Quatermain“ in „Die Liga der Außergewöhnlichen Gentleman“. Zwar war der Film finanziell erfolgreich aber er wurde von den Kritikern verrissen. Connery hatte übrigens auch ein Angebot für die Rolle des „Gandalf“ in „Der Herr der Ringe“, lehnte dies aber auf Grund von Verständnisproblemen in Bezug auf die umfangreiche Tolkien-Welt ab. Zuvor schlug er aus ähnlichen Gründen eine Rolle in den „Matrix“-Filmen aus. 

Im Laufe seines Lebens erhielt Connery zahlreiche Auszeichnungen, darunter sind:

  • 1972: Golden Globe Award als „World Film Favorite“ zusammen mit Charles Bronson
  • 1987: Oscar und Golden Globe Award als bester männlicher Nebendarsteller für „The Untouchables – Die Unbestechlichen“
  • 1987: Deutscher Filmpreis als bester männlicher Hauptdarsteller für „Der Name der Rose“
  • British Academy Film Award als bester männlicher Hauptdarsteller für „Der Name der Rose“
  • 1989: Sexiest Man Alive
  • 1991: Légion d’Honneur, Frankreich
  • 1996: Golden Globe Award (Cecil B. DeMille Award) für sein Lebenswerk
  • 1998: Ehrenpreis der British Academy of Film and Television Arts (BAFTA)
  • 1999: Europäischer Filmpreis als bester europäischer Schauspieler in“ Verlockende Falle“
  • 1999: Hand- und Schuhabdrücke in Zement vor dem Grauman’s Chinese Theatre in Los Angeles
  • 2000: Adelung als Knight Bachelor („Sir“)
  • 2005: Europäischer Filmpreis für das Lebenswerk

Sean Connery heiratete 1962 die Schauspielerin Diane Cilento, aus dieser Ehe ging ein Sohn hervor. Von ihr ließ er sich 1973 scheiden und heiratete 1975 seine zweite Ehefrau, die Malerin Micheline Roquebrune. Außerdem blieb Connery zeitlebens seinem Heimatland Schottland treu. Deshalb hat seine Stiftung den Auftrag, Ausbildungsstipendien für talentierte Schotten zu vergeben und Projekte, welche ihrer Ansicht nach die Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft oder Kultur Schottlands fördern, zu unterstützen. In diese Stiftung floss auch seine komplette Gage aus „Diamantenfieber“ 

Besonders in Erinnerung bleibt, dass Connery in all seinen Filmen immer mit seinem schottischen Akzent sprach. Dafür wurde er häufig kritisiert. 

Mit dem Tod von Sir Thomas Sean Connery ist die Filmwelt um einen ihrer besten und begabtesten Schauspieler ärmer. Aber so wie Connerys Figur „James Bond“ niemals altert und stirbt, so bleibt auch Connerys Schauspielkunst und  Filmografie der Nachwelt erhalten.

Maximilian Jaszkowsky


Beitragsbild: Sean Connery als James Bond 1971 am Set von Diamonds Are Forever, © Nationaal Archief (CC BY-SA 3.0 NL), entnommen aus Wikimedia Commons

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