Der Cava ist eine Spezialität aus Spanien: Der spanische Schaumwein wird hauptsächlich in der Region Katalonien hergestellt. Bei Cava handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Schaumwein: Cava wird nach der traditionellen Methode hergestellt, sprich Flaschengärung. Außerdem muss Cava neun Monate lang bei konstanten Temperaturen auf der Hefe reifen. Lagert ein Cava 15 Monate, erhält er den Zusatz „Reserva“ und nach 30 Monaten Lagerzeit trägt ein Cava den Zusatz „Gran Reserva“. 

Der Name Cava

Der Name Cava kommt vom Lagerort, an dem der Schaumwein reift: Bei der zweiten Gärung sind niedrige Temperaturen entscheidend. Deshalb reift der Cava in kühlen Kellern – die spanische Bezeichnung für diese Keller lautet Cava.
Weintrauben, aus denen Cava gekeltert wird, werden von von Ende August bis Ende Oktober geerntet. Der Schaumwein wird aus weißen Rebsorten wie Parellada, Xarel·lo und Macabeo gekeltert. Oft werden rote Sorten, unter anderem Monastrell und Pinot Noir zugegeben.
Die Weißweinsorte Macabeo zählt zu den wichtigsten Bestandteilen des Cavas: In Nordspanien ist Macabeo die am häufigsten angebaute Weißweinsorte. 

Damals war der spanische Cava eine Antwort auf den Champagner aus Frankreich, der lange Zeit der Platzhirsch unter den Schaumweinen war.

Rebsorten

Xarel·lo ist eine zuckerreiche Rebsorte: Sie verleiht dem Wein leichte Süße und Körper. Macabeo sorgt mit einem Apfelaroma für die fruchtige Note eines Cava. Erst seit kurzer Zeit ist es üblich, Sorten wie Pinot noir für einen Cava zu keltern.
Sortenreine Cavas, die nur aus ausgewählten Weißweintrauben bestehen, gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Herstellung von Cava

Die Herstellung von Cava hat eine lange Tradition in Nordspanien: Aller Wahrscheinlichkeit nach wurden vom Spanier Antonio Gili 1862 die ersten Flaschen Cava abgefüllt. Zehn Jahre später stellte Josep Raventós i Fatjó den ersten Cava nach traditioneller Methode her, auch méthode champenoise genannt. Das erinnert nicht ohne Grund an den französischen Champagner: Damals war der spanische Cava eine Antwort auf den Champagner aus Frankreich, der lange Zeit der Platzhirsch unter den Schaumweinen war. Eine Zeit lang wurde Cava auch als Xampán und Champána bezeichnet – spanische Bezeichnungen für Champagner. Seit den Achtzigern werden diese Bezeichnungen jedoch nicht mehr verwendet und Schaumwein aus Spanien trägt den Namen Cava. 

Der Ort Sant Sadurní d’Anoia ist auf Kreidefelsen gebaut, weshalb er sich wunderbar für den Bau von Kreidekellern zur Lagerung und Reifung von Sekt eignet.

Sadurní d’Anoia

In Spanien sind knapp 160 Gemeinden für die Herstellung von Cava zugelassen: Die Qualitätsanforderungen für die Herstellung von Cava ähneln denen des Champagners. Über 90 Prozent der Cava-Produktion besteht aus Weintrauben aus der Weinbauregion Penedès, die westlich von Barcelona liegt. In der Stadt Sant Sadurní d’Anoia, die 50 Kilometer westlich von Barcelona liegt, befinden sich zahlreiche Cava-Kellereien.
Der Ort Sant Sadurní d’Anoia ist auf Kreidefelsen gebaut, weshalb er sich wunderbar für den Bau von Kreidekellern zur Lagerung und Reifung von Sekt eignet. In Sant Sadurní d’Anoia sind mehrere hundert Cava-Hersteller beheimatet: Die Kellereien sind durch unterirdische Bahnen miteinander verbunden, die Flaschen und Trauben hin- und her transportieren.
Französische Champagner werden ebenfalls häufig in Kreidekellern gelagert. 

Geschmacksrichtungen

Für gewöhnlich hat ein Cava die Geschmacksrichtung Brut. Daneben gibt es viele weitere Geschmacksrichtungen, darunter noch trockenere Sorten als Brut, aber auch Varianten mit deutlich mehr Restzucker.
Ein Cava darf frühestens ein Jahr nach der Traubenlese in den Weinhandel gelangen. In Spanien trägt der Cava eine geschützte Herkunftsbezeichnung: Der Name Cava selbst ist allerdings nicht geschützt. Obwohl die Meisten Cavas aus Katalonien kommen, gibt es auch Cava aus den spanischen Weinbaugebieten Rioja, Aragón und Navarra. 

Simon von Ludwig

Genuss bei Der Bussard

Beitragsbild: © Simon von Ludwig

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