In der Weinwelt Italiens ist Montepulciano ein großer Begriff: Montepulciano ist namensgebend für den Wein aus einer Kleinstadt in der Toskana und für eine Rebsorte.
Einer der bekanntesten Weine Italiens ist der Montepulciano d’Abruzzo: Ein Montepulciano d’Abruzzo stammt aus der Region Abruzzen und muss zu mindestens 85 Prozent aus der Rebsorte Montepulciano bestehen.
Neben Sangiovese ist Montepulciano die wichtigste Rotweinsorte Mittelitaliens: Weine, die aus Trauben der Rebsorte Montepulciano gekeltert werden, sind farbintensiv, vollmundig und besitzen wenig Säure. 

Vino Nobile di Montepulciano

Bei Weinen rund um Montepulciano gibt es Verwechslungsgefahr: Der Montepulciano d’Abruzzo hat nichts mit dem Vino Nobile di Montepulciano zu tun.
Der Montepulciano d’Abruzzo ist ein Erzeugnis aus den Abruzzen, wohingegen der Vino Nobile di Montepulciano ein rein toskanisches Erzeugnis ist.
Vino Nobile di Montepulciano darf nur aus der toskanischen Stadt Montepulciano stammen und enthält mindestens 70 Prozent Sangiovese-Trauben. Die Rebsorte Montepulciano spielt beim Vino Nobile di Montepulciano keine Rolle.
Daneben gibt es noch den Rosso di Montepulciano, der ähnlich gekeltert wird wie der Vino Nobile di Montepulciano, meist aber preisgünstiger ist.
Das Attribut „Vino Nobile“ (dt.: „edler Wein“) erhielt der Wein, da es lange Zeit hauptsächlich Adelsfamilien vorbehalten war, den Wein herzustellen. Außerdem war der Wein lange Zeit für den Vatikan reserviert. Vino Nobile di Montepulciano ist als DOCG-Wein klassifiziert – damit gehört er zur höchsten Kategorie der italienischen Rotweine. 

Vino Nobile di Montepulciano reift mindestens zwei Jahre in einem Kastanien- oder Eichenholzfass. Den Zusatz Riserva erhält ein Wein, der drei Jahre gelagert wurde (davon sechs Monate in der Flasche). Neben dem Chianti Classico, dem Montalcino und dem Supertoskaner ist der Vino Nobile di Montepulciano eines der wichtigsten Weinerzeugnisse aus der Toskana.
Aus der nahgelegenen Gemeinde Montalcino stammt der Brunello di Montalcino, der als einer der begehrtesten Weine Italiens gilt. Der Brunello di Montalcino wird, ähnlich wie der Vino Nobile di Montepulciano, aus einem Klon der Sangiovese-Rebsorte gekeltert. 

Der Montepulciano d’Abruzzo ist ein Erzeugnis aus den Abruzzen, wohingegen der Vino Nobile di Montepulciano ein rein toskanisches Erzeugnis ist.

Die Rebsorte Montepulciano

Die Rebsorte Montepulciano ist eine alte Rebsorte. Montepulciano d’Abruzzo ist nicht der einzige Wein, für den die Trauben der Rebsorte gekeltert werden: Montepulciano ist Bestandteil zahlreicher DOC- und DOCG-Weine aus Italien. Darunter zählen der Controguerra Rosso, der Rosso Conero und der Biferno. 

Die Stadt Montepulciano, nach der sehr wahrscheinlich auch die Rebsorte benannt ist, gilt als eine Wiege der Renaissance: Zahlreiche Gebäude der Altstadt Montepulcianos sind im Renaissance-Stil errichtet.
Das Aroma von Montepulciano-Trauben ist würzig: Oft schmeckt man Beeren, Kirschen oder Pflaumen heraus. Häufig schimmert bei Montepulciano-Weinen auch ein Vanille-Aroma hindurch.
Wegen ihrer Würze ist die Montepulciano-Traube Bestandteil von zahlreichen Cuvées. 

Montepulciano-Rebe: Anbau und Herkunft 

2016 waren auf mehr als 30.000 Hektar weltweit Montepulciano-Reben angebaut: In Italien stehen die allermeisten Montepulciano-Reben. Daneben gibt es Rebflächen in Argentinien und Kalifornien, die aber bei weitem nicht an den italienischen Bestand herankommen. Spricht man von Montepulciano-Weinen, sind damit nahezu immer Weine aus Italien gemeint.
Das Klima in den Abruzzen ist ideal für den Anbau von Montepulciano-Trauben: Die Rebe reift spät und braucht sehr viel Sonne. Das ausgeglichene mediterrane Klima der Abruzzen ist ideal für den Anbau der Montepulciano-Rebsorte. In den Abruzzen wachsen Montepulciano-Reben auf Kalk-, Kies-, Sand-, und Lehmböden. 

Woher die Montepulciano-Rebe genau kommt, ist bis heute nicht geklärt: Manche Quellen behaupten, die Rebsorte sei aus der Toskana in die Abruzzen gebracht worden. Betrachtet man die Namensgleichheit mit der toskanischen Stadt Montepulciano, scheint das denkbar.
Andere vermuten, dass der Ursprung der Montepulciano-Rebe in den Abruzzen, genauer in der Provinz Pescara an der italienischen Adria, liegt. 

Wegen ihrer Würze ist die Montepulciano-Traube Bestandteil von zahlreichen Cuvées. 

Zwei geschätzte Rotweine

Ein Montepulciano d’Abruzzo harmoniert besonders mit den Röstaromen von gegrilltem Fleisch: Damit schmeckt er besonders gut zu gegrillten Steaks. Außerdem passt der Wein gut zu allen mediterranen Gerichten.
Die Weinwelt rund um den Montepulciano ist vielfältig: Vino Nobile di Montepulciano und Montepulciano d’Abruzzo klingen zwar ähnlich, sind aber von Grund auf unterschiedliche Weine.
Die Rebsorte Montepulciano wird weltweit wegen ihrer Würze und ihrer typisch italienischen Eigenschaften geschätzt: Dazu zählen eine tiefrote Farbe, ein saftiger Charakter und eine dezente Säure. 

Der Vino Nobile di Montepulciano ist eng mit der gleichnamigen toskanischen Stadt verflochten und zählt zu den berühmtesten Sangiovese-Weinen.

Simon von Ludwig

Genuss bei Der Bussard

Beitragsbild: Ein Glas Rotwein, © Simon von Ludwig

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