Mit der sehnsuchtsgetragenen Melodie von „Lang ist’s her“, das Zarah Leander am 15. November 1938 im Lindstroem Studio in der Schlesischen Straße in Berlin aufnahm, beginnt die CD-Zusammenstellung aus der Reihe „Unvergessene Melodien — Gala der Stars“, die sich ganz um Zarah Leander dreht. 
Lang ist’s her, dass Horst Kudritzki und Ralph Maria Siegel das Chanson komponierten und dichteten, fast genauso lange ist es her, dass Zarah Leander das Lied gemeinsam mit dem Odeon-Künstler-Orchester unter der Leitung von Lothar Brühne aufnahm.
Das Chanson handelt von einer Liebe, die bessere Tage gesehen hat – lang ist’s her… 

Der fast siebenminütige folgende Titel ist ein Medley der „Zarah Leander Welterfolge“: In enorm verkürzter Form werden die Lieder „Merci, mon Ami“, „Yes, Sir!“, „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“, „Kann denn Liebe Sünde sein?“, „Ich steh im Regen“, „Ich weiss, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“ und „Er heisst Waldemar“ dargeboten. 
Als Laie kann man bei diesem Medley zu dem Irrtum gelangen, alles sei ein einziges Werk, was für eine gelungene Inszenierung seitens des Orchesters unter Karl Loubé spricht. 

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Unter folgendem Link kann die CD „Gala der Stars — Unvergessene Melodien“ via unserem Partner jpc.de erworben werden:
jpc.de — Zarah Leander: Unvergessene Melodien

Warum brauchen Männer so viel Liebe?

„Warum brauchen denn die Männer so viel Liebe?“, singt Zarah Leander beim nächsten Titel fragend ins Mikrophon. Auf humorvolle Art und Weise beschäftigt sich das von Bruno Balz gedichtete und von Charles Trenet komponierte Lied mit männlichen Fremdgehern. Liebe wirkt auf Männer wie Opium, singt Zarah Leander provokativ; noch provokativer wirkt die Liedzeile „Wie die Chronik uns lehrt / Sind die Männer nichts wert“, die von der Künstlerin pointiert gesungen wird. Das Grosse Wiener Tanzorchester unter der Leitung von Erwin Halletz unterstützt die Darbietung Zarah Leanders mit auflockernder Musik, die einen Kontrast zum provokanten Liedtext darstellt. 

Der zehnte Titel der Liedzusammenstellung, „Kinostar“, aus der Feder von Ralph Benatzky und Hans Weigel, erzählt die Anfänge der Künstlerkarriere Zarah Leanders: 1936 wurde Leander von Max Hansen nach Wien eingeladen, um in „Axel an der Himmelstür“ den Hollywood-Star Gloria Mills zu spielen; in dieser Rolle sang sie die berühmten Liedzeilen „Ich bin ein Star, / Ein großer Star / Mit allen Launen“. Jene Rolle in „Axel in der Himmelstür“ bewegte die Ufa dazu, Zarah Leander unter Vertrag zu nehmen. 
Zarah Leander selbst gab in ihrer Autobiographie an, das Lied zu verabscheuen, doch gestand sie ein, dass dem Lied ein Wahrheitsgehalt zugrunde liegt. 

1938 in Paris und Leanders Nachkriegskarriere

1938 wurde Zarah Leander nach Paris eingeladen, um Aufnahmen ihrer bis dato bekanntesten Lieder auf französisch zu machen. Zusammen mit einem Orchester unter der Leitung von Georges Derveaux wurden unter anderem „Un desir pour toi“ (CD: Titel 7), „Le vent m’a dit une Chanson“ (CD: Titel 13) und „Il pleut sans treve“ (CD: Titel 14) aufgenommen. Wer die Lieder zum ersten Mal auf deutsch hörte, wird wohl die deutsche Version bevorzugen – allein deswegen, weil in den Filmen Leanders natürlicherweise die deutschen Versionen gesungen werden. Nichtsdestotrotz sind es seltene Aufnahmen, deren Existenz beweist, dass noch 1938 Kinostars, die in Deutschland Filme machten, in Frankreich sehr beliebt sein konnten.

Über unseren Partner „Bear Family Records“ kann eine exklusive Schallplatte des Geburtstagskonzerts im Berliner Sportpalast zu Zarah Leanders 60. Geburtstag im Jahr 1967 erworben werden.

Am 24. November 1951 fand sich Zarah Leander im Austrophon Studio in Wien ein, um einige Lieder aufzunehmen: Ihre Nachkriegskarriere war gerade erst so richtig in Schwung gekommen, alles war nach einer langen Auftrittspause nach Kriegsende wieder wunderbar. 
Ganz im Ethos dieser Laune sang sie nun Cole Porters „Wunderbar“ (auf der CD: Titel 19), das ursprünglich für das Cole-Porter-Musical „Kiss me, Kate“ geschrieben wurde.
Das Lied erzählt von einer Liebesnacht zwischen zwei Liebenden, die ganz „wunderbar“ verläuft; die Verwendung des deutschen Adjektivs „wunderbar“ im englischen Text zieht sich als Leitmotiv durch das gesamte Musicallied. 
An ebenjenem Novembertag 1951 nahm sie das Lied unter Begleitung von Erwin Halletz’ großem Wiener Tanzorchester auf; fortan war „Wunderbar“ fester Bestandteil der Live-Aufritte Zarah Leanders. 

Zusammengefasst ist die Zarah-Leander-Zusammenstellung aus der CD-Reihe „Gala der Stars – Unvergessene Melodien“ eine CD, die in die Sammlung eines jeden Zarah-Leander-Fans gehört; nicht zuletzt wegen der französischen Aufnahmen, die relativ selten aufzufinden sind. 

Simon von Ludwig 

Beitragsbild: Zarah Leander im August 1949 in Schweden, Quelle: Wikimedia Commons

Die maßgeblichen Quellen des Artikels sind das Begleitheft zur CD sowie das Begleitbuch zur CD-Collection „Kann denn Liebe Sünde sein“, das von Paul Seiler verfasst wurde. Bei näheren Nachfragen kann über das Kontaktformular Kontakt mit uns aufgenommen werden.

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