Seitdem er Anfang der 1940er Jahre zum ersten Mal auf einer Kinoleinwand auftauchte, begeisterte er das Kinopublikum wie kaum ein anderer Schauspieler seiner Generation: Vielen Western- und Actionliebhabern ist Robert Mitchum bis heute ein Begriff. 

Im Laufe seiner Karriere spielte Robert Mitchum die verschiedensten Rollen: Ursprünglich war Mitchum bekannt dafür, in films noirs mitzuspielen. Films noirs wurden hauptsächlich während der 1940er und 1950er in Hollywood gedreht und behandelten Kriminalgeschichten.
Robert Mitchum war ein Star des klassischen Film noir: Bevor Mitchum einem breiten Publikum bekannt wurde, bewies er sein schauspielerisches Können in Krimis. 

Jugend

Robert Mitchum verlor seinen Vater in jungen Jahren: Seine Jugend war davon geprägt, als Landstreicher quer durch die Vereinigten Staaten zu wandern. In einem Interview erzählte Robert Mitchum, während eines Gelegenheitsjobs bei einem Flugunternehmen habe er die damals noch unbekannte Marilyn Monroe getroffen.
Seine Reisen quer durchs Land führten ihn auch nach Kalifornien: Zunächst war Mitchum Mitglied einer Theatergruppe in Long Beach. Ab Anfang der 1940er arbeitete er in Hollywood als Schauspieler. 

Sein Erfolg in Schlachtgewitter am Monte Cassino prägte Robert Mitchums weitere Hollywood-Karriere.

Durchbruch

Zunächst wurde Mitchum hauptsächlich in Statisten- und Nebenrollen beschäftigt: Jedoch folgte im Gegensatz zu anderen Schauspielern seiner Generation sein Durchbruch als Schauspieler recht früh. Mit seiner Rolle in Schlachtgewitter am Monte Cassino (1945) feierte Mitchum seinen ersten großen Erfolg. Der Kriegsfilm gilt bis heute als einer der realistischsten nicht-dokumentarischen Kriegsfilme. 

Eigentlich schwebte dem Filmstudio eine andere Hauptbesetzung für den Film vor: Namen wie Gary Cooper oder Fred Astaire waren im Gespräch. Da jedoch keiner der Schauspieler für das Projekt verfügbar war, fiel die Wahl auf den bis dato noch unbekannten Robert Mitchum.
Sein Erfolg in Schlachtgewitter am Monte Cassino prägte Robert Mitchums weitere Hollywood-Karriere: Bis heute ist Robert Mitchum hauptsächlich durch seine Rollen in Kriegsfilmen bekannt.

Josef von Sternberg

1952 spielte Robert Mitchum im Film Macao: Josef von Sternberg führte Regie. Obwohl der Film damals an der Kinokasse und bei den Kritikern durchfiel, genießt der Film heute Kultstatus unter den films noirs. Sternberg hatte damals den Zenit seiner Karriere längst überschritten:
Er war vor allem für die Inszenierung von Marlene Dietrich in den 1930ern bekannt. Das Comeback eines damals aus der Zeit gefallenen Regisseurs erschreckte damals das Publikum und die Kritik, sodass der Film lange unentdeckt in den Archiven schlummerte.
In den 1950ern spielte Robert Mitchum nicht nur in films noirs: 1954 spielte Mitchum an der Seite von Marilyn Monroe im Western Fluss ohne Wiederkehr. Seine Rolle an der Seite von Monroe machte ihn einem Publikum jenseits von films noirs bekannt. 

Die Nacht des Jägers

Im Film Die Nacht des Jägers (1955) spielte Robert Mitchum die Rolle eines psychopathischen Wanderpredigers während der Großen Depression der 1930er Jahre: Damals wurde der Film von Kritik und Publikum eher verhalten aufgenommen. Heute gilt der Film als ein Meisterwerk des Film noir-Genres und für viele als die beste schauspielerische Leistung Robert Mitchums. Ein französisches Filmmagazin ging im 21. Jahrhundert sogar so weit und bezeichnete Die Nacht des Jägers als einen der besten Filme aller Zeiten. 

Curd Jürgens

Mitte der 1950er gründete Mitchum gemeinsam mit seiner Frau seine eigene Produktionsfirma, um das traditionelle Studiosystem Hollywoods zu umgehen: Mit seiner eigenen Produktionsfirma produzierte Mitchum vier Filme.
1957 verewigte sich Robert Mitchum im Kriegsfilm Duell im Atlantik: Die Handlung des Films dreht sich um die Begegnung zwischen einem amerikanischen Zerstörer-Kapitän und einem deutschen U-Boot-Kapitän. Der deutsche Kapitän wurde von Curd Jürgens verkörpert.
Curd Jürgens und Robert Mitchum standen erneut bei den Dreharbeiten zum Kriegsfilm Der längte Tag (1962) gemeinsam vor der Filmkamera.

Obwohl Mitchum für den Rest seines Lebens als Schauspieler tätig war, war das Schauspielen eine Art lebenslanger Gelegenheitsjob für ihn.

Die Schauspielerei – ein einfacher Job?

1966 stand Robert Mitchum für den Western El Dorado gemeinsam mit der Westernlegende John Wayne vor der Kamera.
Mitchum war Zeit seines Lebens der Überzeugung, dass das Schauspielen ein einfacher Beruf sei: Von Schauspieltheorien oder intellektuellen Betrachtungen der Schauspielkunst hielt er nichts. Für ihn war das Schauspielen ein Beruf wie jeder andere auch. Betrachtet man Mitchums Jugend, findet man hier die Gründe für seine Wahrnehmung: In jungen Jahren schlug sich Mitchum durch zahlreiche Gelegenheitsjobs – vom Ghostwriter für einen Astrologen bis zur Hilfskraft bei einem Flugunternehmen. Die Schauspielerei war anfangs für ihn nicht mehr als ein Gelegenheitsjob: Obwohl Mitchum für den Rest seines Lebens als Schauspieler tätig war, war das Schauspielen eine Art lebenslanger Gelegenheitsjob für ihn. Seinen Status als Hollywood-Star und geschätzter Charakterdarsteller hängte Mitchum stets nicht an die große Glocke. 

Vermächtnis

Während der 1940er und 1950er zählte Robert Mitchum zu den zentralen Schauspielern der Film Noir-Bewegung: Er prägte das Genre wie kein anderer Schauspieler vor ihm.
Durch seine Rollen in Western und Kriegsfilmen wurde Mitchum einem breiten Publikum bekannt. Seine Einstellung zum Schauspielen, das er als einen Beruf wie jeden anderen ansah, machten ihn zu einem Exoten unter den Hollywood-Schauspielern: Häufig prangerte Mitchum die Oberflächlichkeit der Filmindustrie an und riskierte dadurch, zur persona non grata in Filmkreisen erklärt zu werden.
Mitchum starb am 1. Juli 1997: Er starb wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag. Im Laufe seiner Karriere spielte Robert Mitchum in über neunzig Filmen mit. 

Simon von Ludwig

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