Er war einer der bekanntesten Tenöre aller Zeiten: Luciano Pavarotti. Eine seiner Jugendfreundinnen war die Sopranistin Mirella Freni, die später seine Gesangskollegin wurde. Ursprünglich wollte Pavarotti Lehrer werden – er arbeitete zwei Jahre als Lehrer in seiner Heimatstadt Modena. 

Doch die Musik begleitete Pavarotti von Kindesbeinen an: Luciano bezeichnete den Tenor Giuseppe Di Stefano als sein größtes Idol. Sein Vater besaß die Schallplatten der Tenöre, die damals populär waren.

1956, als Pavarotti knapp zwanzig Jahre alt war, entschied er sich dazu, Sänger zu werden: Er wurde ein Schüler des bekannten italienischen Tenors Arrigo Pola. 

Debüt

Nach seiner Ausbildung dauerte es nicht lange, bis Pavarotti seine Paraderolle gefunden hatte: 1961 debütierte er im Opernhaus von Reggio nell’Emilia in Puccinis La Bohème. Er spielte die Rolle des Rodolfo.
Um diese Zeit gewann Pavarotti den internationalen Gesangswettbewerb Concorso Internazionale: Als Preis war ein Auftritt im Opernhaus von Modena vorgesehen. Hier arbeitete er zum ersten Mal mit dem italienischen Pianisten und Dirigenten Leone Magiera zusammen, mit dem er später zahlreiche Liederabende gab. Sein Debüt im Opernhaus von Modena katapultierte ihn an die Spitze: Auf die Aufführung in Modena folgten zahlreiche Angebote von Opernhäusern aus aller Welt. 

Opernstar in aller Welt

1966 gab Luciano Pavarotti sein Debüt an der Mailänder Scala. Um diese Zeit lernte Luciano Pavarotti seinen Agenten Herbert Breslin kennen: Ohne die Arbeit von Agenten wie Herbert Breslin wäre Luciano Pavarotti kaum ein Weltstar geworden.
1968 organisierte Breslin Pavarottis Debüt an der Metropolitan Opera: Der Schlüssel eines jeden Opernsängers zum Weltruhm.
In den folgenden Jahren absolvierte Pavarotti verschiedene Opernauftritte in aller Welt, unter anderem auch bei den Salzburger Festspielen 1978 und 1983. 

An der Deutschen Oper in Berlin stellte Pavarotti 1988 einen besonderen Rekord auf: Die Zuschauer applaudierten 67 Minuten lang und es gab 165 Vorhänge. 

Die drei Tenöre

Luciano Pavarotti ist vor allem durch seine Mitwirkung bei den Drei Tenören bis heute unvergessen geblieben: Die drei Tenöre, bestehend aus Plácido Domingo, José Carreras und Luciano Pavarotti, gaben ihr Debüt beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1990. Die Live-Übertragung des Konzerts soll eine Milliarde Menschen erreicht haben: Somit wurde aus dem Opernstar Luciano Pavarotti ein Popstar, der auch Menschen bekannt war, die sich nicht mit der Oper befassten.
Das Debüt des Ensembles 1990 war so erfolgreich, dass die drei Tenöre auch bei den Finalspielen der Fußball-Weltmeisterschaften von 1994, 1998 und 2002 auftraten. 

Die treibende Kraft hinter dem Erfolg der drei Tenöre war erneut Pavarottis Agent Herbert Breslin zusammen mit dem italienischen Manager Mario Dradi.
Das Wirken bei den drei Tenören war der Höhepunkt von Pavarottis Karriere: Er hatte es als erster Klassikkünstler geschafft, die Pop-Charts zu erklimmen. Er popularisierte das Genre der Oper wie kaum ein Tenor zuvor. Auch in der Welt der Klassischen Musik wurde Luciano Pavarotti gewürdigt: Herbert von Karajan bezeichnete Pavarotti als „Jahrhunderttenor“, außerdem sang Pavarotti 1989 in Karajans letzter Opernaufführung die Partie des Cavaradossi (Tosca von Giacomo Puccini).

Das Repertoire Pavarottis

Ursprünglich wurde Luciano Pavarotti als lyrischer Tenor charakterisiert: Vor allem in seiner frühen Karriere, als er noch hauptsächlich an Opernhäusern auftrat, sang er die Partien von Bellini, Donizetti und des jungen Verdi. Später in seiner Karriere sang er auch dramatische Rollen und wirkte in Opern der Verismo-Gattung mit: Verismo ist eine Gattung der Oper, die besonders dramatische und sozialkritische Stücke versammelt. 
Pavarotti war auch bekannt als Crossover-Künstler: Im Rahmen der Pavarotti and Friends-Konzerte trat der Opernstar gemeinsam mit Popstars auf. Die Aufnahmen wurden auch veröffentlicht und erzielten rekordverdächtige Verkaufszahlen. 

Das Repertoire von Luciano Pavarotti umfasste knapp 18 Opernrollen. Verglichen mit anderen Opernsängern scheint das zunächst wenig: Entscheidend ist, was Pavarotti aus seinem Repertoire machte. Mit seinem knapp bemessenen Repertoire beeinflusste Pavarotti nicht nur die Opernwelt, sondern auch die Welt der Popmusik.
Im Laufe seiner Karriere sang Pavarotti an der Seite von Joan Sutherland, seiner Jugendfreundin Mirella Freni und Montserrat Caballé. 

2004, nach drei gefeierten Vorstellungen in Tosca an der Metropolitan Opera, verkündete Luciano Pavarotti das Ende seiner aktiven Bühnenkarriere. Sein letzter großer Auftritt war 2006 bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin. 

Am 6. September 2007 starb Luciano Pavarotti im Alter von 71 Jahren in seiner Heimatstadt Modena. 

Simon von Ludwig

Oper bei Der Bussard

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