Marlène

Un poème

Ihr Name war Marlène,
Sie war schöner als die Seine.
Ohne es zu wissen
Tat sie mit gutem Gewissen
Was viele Zeitgenossen
Nie genossen.

Geigerin wollte sie werden,
Niemals folgen der Herde.
Da verletzte sie sich an der Hand,
Rannte deswegen nicht mit dem Kopf an die Wand, 
Wurde Schauspielerin,
Zur Kaiserin von Hollywoodland.

Doch schon bald kam der Krieg,
Sie wurde verdrängt aus der Starriege,
Sie war verliebt in Jean Gabin. 
Brachte ihm die englische Sprache bei binnen Monaten, 
Doch fühlte sich Gabin nicht wohl
Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. 
Marlene Dietrich und Jean Gabin, Bilder entnommen aus Wikimedia Commons und zusammengefügt.
So trat Gabin bei den französischen Streitkräften
Ließ Marlène zurück ohne Kräfte. 
Nicht lange dauerte es
Bis Marlène sich entschloss
Zu singen für den amerikanischen Soldaten. 

Als der Krieg war vorbei, 
Sehnte Marlène sich ihr Deutschland
Wie sie es kannte herbei. 
Doch da stieß sie gegen eine Wand
Denn die entthronte Kaiserin von Hollywood
War für viele Verräterin nur.

Wer war sie wirklich, wenn nicht Verräterin? 
Vielleicht die letzte Preußin. 
Nur sie selbst,
Die hoch im Himmel ist,
Kann es wissen. 
Radierung: Marlene Dietrich, ca. 1961. Gezeichnet von Simon von Ludwig auf Basis eines Filmstills zum Film „Das Urteil von Nürnberg“ (1961)
Simon von Ludwig 

Mehr über Marlene Dietrich bei Der Bussard.

Beitragsbild: Marlene Dietrich 1944 an der Front, während sie Soldaten der dritten US-Armee unterhält, entnommen aus Wikimedia Commons.

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